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(Hau) Als "Klein Mainz am Usastrand" im Jahr 2003 seine 250-jährige Fastnachtstradition feierte, gestaltete der heimische Künstler Klaus F. Roth die Nachbildung jenes Gemäldes, auf dessen Existenz sich die Geschichte des närrischen Brauchtums in Mörlau beruft: Die "Lustige Schlittenfahrt" des Malers Dietrich, genannt Dieterici, aus dem Jahr 1753. Mehrere Jahre, 2003 bis 2007, war Roths großformatiges Werk Bestandteil des Bühnenbildes in der Usatalnarrhalla, jetzt hängt es in der Remise Gaulskopf im Schlosshof.

      
Zur offiziellen Überreichung der Dauerleihgabe an die Gemeinde trafen sich im Frühjahr Vorstände der KG Mörlau und Klaus F. Roth mit Bürgermeister Jörg Wetzstein vor dem sinnträchtigen Gemälde. Den Rahmen bildete das bunte Vatertagsfest der Karnevalsgesellschaft im Schlosshof.

Mit einem Rückblick auf die abenteuerliche Geschichte des "Schlittenfahrt"-Originals und seiner Bedeutung für das Dorf bereicherte Roth die Feierstunde. Dass das Originalbild im Rittersaal des Schlosses hängt, ist weit weniger selbstverständlich als es den Anschein hat.

Als das in Weimar geborene, berühmte künstlerische Wunderkind Dieterici die "Lustige Schlittenfahrt" malte, war dies womöglich eine Auftragsarbeit derer von Wetzels im Ober-Mörler Schloss. Zusammen mit drei weiteren Jahreszeitenbildern hing es im Festsaal des Schlosses. Auf Weltreise ging es, nachdem es bei einer Auktion nach dem ersten Weltkrieg verkauft wurde. Über den Bad Nauheimer Dentisten Crotz - er ersteigerte es 1939 in Frankfurt - fand das Gemälde 1952 auch mit Zutun der KG Mörlau zurück nach Ober-Mörlen. "Ein Bild kehrt heim", titelte am 26. Juni 1952 die Wetterauer Zeitung.

Weitere 20 Jahre zogen ins Land, bevor das Bild 1972 beim Landeskonservator kostenlos von Kunsthistorikern und Studenten restauriert wurde. Im Hinblick auf das närrische Jubiläum 2003 prüften die Kunsthistorikerin Elke Hieronimus und das Historische Museum Frankfurt das Bild und bescheinigten ihm Alter und Echtheit. Die Nachbildung habe er angefertigt, um mit einem symbolischen Zeichen den kulturhistorischen Wert des Bildes für das Dorf ins Bewusstsein zu rücken, erklärte Roth. Er habe damals höchst spannende Erfahrungen mit der Arbeitsweise des genialen Dieterici gemacht.

Mit Blick auf die Verwendung habe er das großformatige Gemälde etwas auseinander gezogen, insgesamt heller und freundlicher gestaltet und stellenweise seine künstlerische Fantasie eingebracht. Besser als im Original sind die Details der Prunkschlitten zu erkennen, die reich verzierten Zugtiere und maskierten Menschen. Der Narrenzug zeugt laut Roth von komfortabler Fastnachtskultur. Wie der Künstler aus der persönlich gehaltenen Malweise bei den beiden (aus dem umgekippten Schlitten gestürzten) Figuren am vorderen Bildrand schließt, könnte es sich hier eventuell um die von Wetzels handeln.

Nun, da Original und Nachbildung auch räumlich eng beieinander hängen, hat die Ober-Mörler Fastnachtskultur ein attraktives Ausrufezeichen erhalten

Siehe auch : Unser Brauchtum