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                                                 seit 1753 

  

Dieses Bild wurde im Jahre 2003 anlässlich der 250 Jahre Fastnacht in Mörlau  von Klaus Roth gemalt. Als Vorlage diente das Orginal welches im Ober-Mörler Schloss im Rittersaal ausgestellt ist. 

Durch eine zumindest bildlich-urkundliche Tatsache wird Ober-Mörlen        

eingereiht in den Kreis großer Städte und Gemeinden im deutschen Sprachraum mit langer, fastnachtlicher Tradition.
Fastnacht in Ober-Mörlen ist nicht auf Befehl und nicht aus Gnade entstanden. Fröhlichkeit und echte Lebensfreude, ein kurzes Entrinnen aus dem harten Joch der schweren Tagesarbeit in einer Zeit, die nur wenig freundliches zu bieten hatte, dies mögen die Gründe gewesen sein, die in Anlehnung an altes Brauchtum der Anlass zur „Lustigen Schlittenfahrt im Winter des Jahres 1753 waren.
In bunter Maskerade und in geschmückten Schlitten, fürwahr kein alltägliches Bild, so zog die lustige Gesellschaft durch die winterlichen Strassen Ober-Mörlens. So jedenfalls hat es der Maler Dietrich - genannt Dieterici - gesehen und für uns in seinem Gemälde festgehalten. Sicher hat er nicht geahnt, dass damit die Geburtsstunde der „Ober-Mörler Fastnacht für alle Zeiten festgelegt war.
Es scheint sicher zu sein, dass die ersten Ober-Mörler Fastnachter Mitglieder der Familie von Wetzel waren, die zu jener Zeit im Schloß von Ober-Mörlen wohnten. Aber ebenso sicher scheint es zu sein, dass das Bürgertum nicht lange Abseits stand. Hätte sich sonst dieses Brauchtum aus ersten Anfängen heraus so lange und so pfleglich bewahren lassen?
Es lässt sich nicht verleugnen, dass die „äusseren Einflüsse einen starken „Mainzer Charakter tragen, was aber ganz bestimmt nicht auf Ereignisse und Geschehen der letzten Jahre zurückzuführen ist. Vielmehr ist mit Sicherheit die geistige Artverwandschaft auf die frühere Zugehörigkeit Ober-Mörlens zum Erzbistum Mainz zurückzuführen. Das Mainzer Rad in unserem Wappen spricht dafür, um die landläufige und für uns alle ehrenhafte Bezeichnung „Klein Mainz im Usatal mag nicht von ungefähr kommen.
Lange mag es nicht gedauert haben, bis sich aus der bunten Schlittenfahrt wohlhabender Adliger der erste fröhliche Umzug der Bürgerschaft entwickelte, sicherlich begünstigt durch die Umstände der damaligen Zeit. War es doch gerade die Zeit des auslaufenden 18ten und der Beginn des 19ten Jahrhunderts,in der sich die freiheitliche Geisteshaltung des Bürgertums aus einem Untertandenken heraus zur bürgerlichen Souveränität entwickelte. Diese Umstände blieben auch nicht ohne Einfluss auf die bis dahin üblichen Formen der Fastnacht. Sie brachten schließlich eine Wende im fastnachtlichen Geschehen mit dem Podium der Narrenfreiheit und mit einem Brauchtum, das in weiten Kreisen des sich in seinen Freiheiten immer stärker entwickelnden Bürgertums eine echte Pflegestätte fand. Eine Pflegestätte, in der die Tradition zunächst jedem Einzelnen, viel später erst Vereinen und Gesellschaften zur Verpflichtung wurde. Zu einer Verpflichtung, Ererbtes zu bewahren und weiterzuvererben.
Dieser Tatsachen sollten wir uns als Karnevalisten bewusst werden, jedes Mal, wenn wir in die Bütt steigen, und wenn wir zum fröhlichen Umzug bunte Gewänder anlegen.

Quelle: Auszug aus der Festschrift 215 Jahre "Mörlauer Fastnacht im Usatal" Text:Kurt Martin.