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                         Alfons König und Manfred Seipel

      gestalten zum 17. mal eine gemeinsame Fastnachtsbildausstellung


     

Wer genau hinschaut, kann feine Details entdecken. Aufgegriffen werden neben Vereins- oder Gruppenjubiläen auch die Verbundenheit zum Dorf oder historische Ereignisse wie die deutsche Wiedervereinigung 1991 oder die Einführung des Euro 2002. Beide Vereine bannen 2003 die närrische Schlittenfahrt auf ihre Orden, die für 250 Jahre Fastnachtstradition in Mörlau steht. Auch der Bau der jeweiligen Vereinshallen wird "ordentlich" dokumentiert, derweil die KG 2004 auch den geplanten Abriss der alten Mädchenschule thematisiert.

Zwei Mal verzichtete der MCC auf seinen Orden, um das gesparte Geld anderwärtig anzulegen: 1971 für Leprakranke und 1985 für die zu errichtende Vereinshalle. Jüngster Hingucker beim MCC ist der "Dreifachorden" von 2017, auf dem 50 Jahre Rote Husaren, 22 Jahre Mirler Hexen und 11 Jahre Mirler Dibbeklobber vereinigt sind. Die KG-Mörlau hält für ihre Elferräte den Mohren-Sonderorden bereit. Eine Augenweide mit Überraschungseffekt ist der diesjährige KG-Jubiläumsorden zum 70-jährigen Vereinsbestehen: Das Mittelteil, ein silbern glitzernder Globus, ist drehbar und zeigt auf der anderen Seite das Vereinswappen.

Bis vor wenigen Jahren entwarf seit 1973 der im vergangenen Jahr verstorbene Künstler Klaus F. Roth die Orden der KG Mörlau, und auch beim MCC finden sich immer wieder kreative Köpfe, um in der Fastnachtshochburg keine Orden "von der Stange" zu verleihen. Dass die Ehrenzeichen entsprechend gewürdigt und aufgehoben werden, hofft man in den Vereinen nicht zuletzt wegen der kostspieleigen Anstrengung für die kleinen Kunstwerke.

Die Fastnacht mache ein Dorf wie "Klein Mainz am Usastrand" so besonders, sind die Ausstellungsmacher überzeugt, und: "Ohne die Ortsvereine stünde es um die Kulturpflege im Ort schlecht." Seit 2002 stellen sie jährlich ihre Sammlungen auf den Kopf, um ihre Themenschauen bestücken zu können. Von Orden, Lindwürmern und Fastnachtsitzungen über Kampagneneröffnungen, Maskenbälle und Wagenbau bis zu Bühnenbildern, Utensilien für die Sitzungen, die Vorsitzenden und Präsidenten bis zu den Trägern aus elf Jahren Bürgermeisterorden reicht die Palette.

Zum wiederholten Mal ergänzt heuer der Ober-Mörler Maskenschnitzer Albert Recht die Ausstellungs-Parade mit seinen Krampusmasken, diesmal im Mini-Format. "Die großen Masken sind alle weg", schmunzelt der "Vater der Wintersteingeister". Heuer seien mehr als 30 Maskenträger beim närrischen Lindwurm durch Mörlau am Fastnachtssonntag unterwegs. 

X Die Ausstellung in der Schlossvitrine war bis einschließlich Aschermittwoch (14. Februar) während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung im Gewölbekeller des Ober-Mörler Schlosses zu sehen (hinterer Eingang).

 

Text/Foto: Annette Hausmanns